Niederschrift von Sam Parks Video

Niederschrift von Sam Parks Video
(GERMAN-DEUTSCH)


▲ Sam Park

ICSA – Juli 2014, Washington, D.C.

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„Es gibt bereits einige Artikel der Journalistin Mariah Blake über mich, ich weiß nicht, ob jemand sie gelesen hat. Sie sind in „The New Republic“ und „Mother Jones“ erschienen [siehe Links unten]. Einiges, was jetzt folgt, könnte bereits bekannt sein, aber es gibt auch neue Informationen, die nicht in jenen Artikeln veröffentlicht wurden. Hoffentlich finden Sie diese auch interessant.

Da dies das erste Mal ist, dass ich auf einer… halte ich es für sinnvoll, meinen Vortrag überwiegend abzulesen, da ich eine Menge zu berichten habe und Ihre Zeit nicht übermäßig beanspruchen möchte, [zeigt auf Donna Orme-Collins] sie würde das nicht mögen.“

Donna: „Das ist richtig.“

Sam: „Ich möchte nicht, dass das passiert. …

[Gelächter]

Nun fange ich an. Mal sehen, wie es läuft.

0.48
Ich bin der verheimlichte Sohn (oder das „uneheliche Kind“ wie es kürzlich in einem Artikel hieß) von Rev. Sun Myung Moon, Milliardär und  Gründer der Vereinigungskirche und, Zitat: „Der verkündigte Messias der gesamten Menschheit“. Meine Mutter, Soon W. Choi [ 催淳華  Choi Soon-wha ], war ein Spross der mächtigen Milliardärsfamilie Choi, früher Eigentümerin der Korea Life Insurance, der zweitgrößten Versicherungsgesellschaft in Korea, die für ihren kultigen 63-stöckigen, goldenen Hauptsitz in Seoul bekannt ist, dem noch immer größten goldplattierten Bauwerk der Welt.

Ich wurde in eine Welt großen Reichtums, des Fanatismus und der Heuchelei hineingeboren. Mein Leben liest sich wie eine koreanische Seifenoper voller Geld, Sex, Macht und Intrigen. Ich war unmittelbar Zeuge davon, wie Macht korrumpiert und absolute Macht absolut korrumpiert. Ich habe gesehen, wie der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist und dennoch nicht gradlinig verläuft, bedingt durch einen fanatischen Gerechtigkeitssinn, für den der Zweck immer die Mittel heiligt. Und endlich habe ich verstanden, dass die psychologischen Folgen der Ablehnung und Geheimhaltung der Umstände meiner Geburt mich für einen großen Teil meines Lebens zu einem Schattendasein verdammt haben.

Ich habe an der George Washington Universität einen Bachelor in Geschichte mit Philosophie und Psychologie als Nebenfächer erworben und habe  dort auch meine MBA-Arbeit zum Thema Finanzen verfasst. Seit zehn Jahren bin ich in einen Rechtsstreit verwickelt, der auf die eine oder andere Weise auf die Geheimhaltungsvereinbarung mit meinem Vater und der Bewegung der Vereinigungskirche aus dem Jahr 1999 zurückgeht.

3.33
Wie meine Mutter, wurde ich einst konditioniert zu glauben, dass mein Vater, Rev. Sun Myung Moon, der Messias der ganzen Menschheit ist. Aber im Gegensatz zu meiner Mutter, die von ihrer Mutter (meiner Großmutter) in die Vereinigungskirche gebracht wurde, bin ich in sie hineingeboren. Ich wurde keiner „Bekehrungserfahrung“ unterzogen, musste nicht Familienangehörige verleugnen oder eine frühere Lebensweise aufgeben. Die Kirche war meine Lebensweise, aber ich spürte, dass etwas in mir anders war. Dieser „Unterschied“ offenbarte sich, als ich im Alter von etwa 12 Jahren – Ende meines 12., Anfang meines 13. Lebensjahres – herausfand, dass meine leiblichen Eltern in Wirklichkeit Rev. Sun Myung Moon und Soon W. Choi sind. Die Menschen, die ich für meine Eltern und Geschwister gehalten hatte (Bo Hi Pak und seine Frau Ki Sook Yoon und ihre Kinder) hatten von Reverend Moon die Weisung erhalten, mich von Geburt an aufzuziehen und die Identität meiner wirklichen Eltern geheim zu halten. Dieser erzwungene Betrug und viele unerfüllte Versprechungen meines Vaters an meine Mutter bilden den Kern unseres Rechtsstreits mit der Bewegung der Vereinigungskirche.


▲ Sun Myung Moon    Soon-wha Choi / Annie Choi

4.48
Die Verstrickung meiner Mutter mit Reverend Moon begann im Jahr 1953, als sie 17  Jahre alt war, er ihr Gewalt antat und sie entjungferte. Zu dieser Zeit, [Pause] sagte mein Vater, dass meine Mutter dazu bestimmt wäre, seine ewige Braut oder – im VK-Sprachgebrauch – die „Wahre Mutter“ zu sein und er deshalb  eine sexuelle Beziehung mit ihr haben müsste, um rückgängig zu machen, was der…Vergeben Sie mir, dass ich hier VK / Moonie – Terminologie  verwende. Einige von Ihnen werden diese kennen, wenn Sie der Kirche angehören, aber viele von Ihnen nicht – haben Sie Verständnis dafür, denn es gibt eine Menge von Vereinigungskirchenmitgliedern, die das hier anschauen und es wird ihnen wahrscheinlich helfen. Mein Vater sagte also zu meiner Mutter, dass – im Grunde hatte er sie vergewaltigt –, er eine sexuelle Beziehung mit ihr haben müsste, um das rückgängig zu machen, was der Erzengel Luzifer der jungen Eva angetan hatte. Reverend Moon lehrte, dass die biblische Eva mit 17 Jahren vom Erzengel Luzifer verführt worden war, was der wahre Grund für den Sündenfall ist, wie ihn die Bibel beschreibt. So denken die Moonies über den Sündenfall.

Man kann den Zusammenhang unserer Beziehung mit meinem Vater und der Bewegung der Vereinigungskirchenbewegung nicht verstehen, ohne sich vorher der zentralen Rolle bewusst zu werden, die die Familie meiner Mutter (die Familie Choi) bei der Gründung seiner aufkeimenden geistigen Bewegung spielte. Sowohl für den Moonie als auch für den Nicht-Moonie sind die Auswirkungen dieser „verheimlichten  Geschichte“ der Choi Familie sowohl überwältigend als auch bedeutend.

Als mein Vater im Jahre 1953 meine Großmutter zum ersten Mal traf, wusste er durch ihren Namen, dass sie eine sehr wichtige Person für ihn sein würde. Sie hieß Duk Sam Lee und das bedeutet wörtlich übersetzt „die Verwirklichung der Drei“, was selbst für  koreanische Verhältnisse ein eigentümlicher Name ist. Für jeden Moonie aber war ihr Name bedeutsam, weil er für das zentrale Mandat der Göttlichen Prinzipien (das Glaubenssystem der Vereinigungskirche) steht, nämlich für die drei Segnungen in Mose 1:28, fruchtbar zu sein, sich zu vermehren und die Herrschaft über die Schöpfung auszuüben.

7.25

Durch den Reichtum der Familie Choi war meine Großmutter mit Spenden von mehreren Millionen Dollar in den 50er und 60er Jahren die wichtigste Geldgeberin für die entstehende VK-Bewegung. In der Tat gab es wohl keine Seele, die in den Anfängen der Kirche nicht von Großmutter unterstützt wurde. Das ist der Grund dafür, weshalb sie innerhalb der VK eine solch beliebte Persönlichkeit war. In heutige Dollars umgerechnet, entspricht eine Million Dollar aus der Mitte der 50er Jahre rund 8,5 Millionen Dollar. Neben dem Erlös aus dem Verkauf ihrer mehrere Millionen Dollar teuren Villa in den frühen 50er Jahren, den sie der Kirche überließ, spendete sie über Jahrzehnte hinweg bis zu ihrem Tod im Jahr 1973 immer wieder beträchtliche Summen.

Mein Großvater, Sung Mo Choi, war zu seiner Zeit ein vermögender Geschäftsmann. Schon mit 26 war er aus eigener Kraft zum Millionär geworden (zu einer Zeit, als eine Million Dollar noch wirklich etwas bedeutete). Obwohl er dreimal ein Vermögen erwarb und wieder verlor, hatte er in den frühen 50er-Jahren, als meine Großmutter in die Vereinigungskirche eintrat, schon das stabile Fundament für die Shin-Dong-Ah-Gruppe gelegt (einem Großkonzern im Besitz der Choi-Familie), aus dem sich dann das Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen entwickelte. Als das Unternehmen meines Großvaters expandierte, reichte sein Einfluss bis in die Machtzentrale Koreas in Seoul. Bei vielen Gelegenheiten wurde er auf persönliche Bitte des damaligen Präsidenten Park Chung Hee zur Führung von Wirtschaftsverhandlungen mit den USA nach Washington DC entsandt. Während der Amtszeit von Park Chung Hee hatte er eine direkte Telefonverbindung ins Blaue Haus [Sitz und Residenz des Staatspräsidenten Südkoreas (A.d.Ü.).], also eine Hotline, und war Leiter der koreanischen Organisation, die dem Wirtschaftsrat in den USA entspricht, und zudem ein enger Vertrauter des Präsidenten in Fragen der Wirtschaftspolitik.

Mein Großvater gründete eine elitäre Firmengruppe und wurde, nach den Steuerzahlungen beurteilt, hinter Byung Chul Lee, dem Gründer der Samsung-Gruppe und einem engen Freund von ihm, der zweitreichste Mann in Korea. Es ist schon paradox, dass sich die reichsten Männer Koreas bei einem gemeinsamen Mittagessen zu guter Letzt meist über ihre Familie und Kinder unterhielten und nicht über Geschäftliches. In gewisser Weise versinnbildlicht dies die Art von Mensch, der mein Großvater war. Trotz seines Erfolges und seiner Macht lag ihm am meisten das Wohlergehen seiner Kinder und Mitarbeiter am Herzen. Im Grunde war er ein bescheidener, anständiger Mensch und galt als moralischster Geschäftsmann seiner Generation, eine Tatsache, auf die meine Mutter und ich am meisten stolz sind – insbesondere wenn man bedenkt, dass Korea damals schon mit Korruption in Verbindung gebracht wurde und heute immer noch wird.

Angesichts der Stellung der Familie ist es leicht zu verstehen, warum mein Vater so darauf erpicht war, die Unterstützung der Chois zu erlangen. Mit der Unterstützung meines Großvaters würden sich die Korridore zu Macht [z.B. dem Blauen Haus, dem koreanischen Regierungssitz] und Finanzen für seine aufkeimende Bewegung weit öffnen. Es ist nicht auszudenken, wie weit er mit dem richtigen Rückhalt aufgestiegen wäre. Für meinen Vater waren die Chois das Juwel in der Krone bei der Erfüllung seiner messianischen Vision. Für Nicht-Moonies ist das nun Folgende kaum verständlich, daher bitte ich erneut um Nachsicht, aber mein Vater sagte meiner Mutter immer wieder, dass Gott versuche, die gesamte Menschheitsgeschichte durch die Familie Choi zu „vollenden“. Er glaubte, dass mein Großvater in der Position des historischen Erzengels stünde, meine beiden Onkel (die jüngeren Brüder meiner Mutter) in der Position des historischen Kain und Abel und meine Mutter und ihre ältere Schwester (beide schlossen sich kurz nach dem Eintritt meiner Großmutter im Jahr 1953 der Kirche an) in der Position der historischen Lea und Rahel.

Mein Vater glaubte, durch die Heirat mit zwei Schwestern und dadurch, dass er mit ihnen und ihren Dienerinnen 12 Kinder zeugte, das Leben des biblischen Jakob nachzuleben. Nach Jakobs Vorbild plante mein Vater 1960 erst die ältere Schwester (meine Tante) zu heiraten, sich dann sieben Jahre später von ihr zu trennen, um dann die jüngere und stärker favorisierte Schwester, nämlich meine Mutter, zu heiraten. In den Jahren bis 1960 kannten praktisch alle in der Kirche die Ehepläne meines Vaters,  sowohl meine Tante als auch meine Mutter zu heiraten, und würdigten meine Mutter als die zukünftige „Wahre Mutter“ der Vereinigungskirche. Mein Vater konnte nach seiner Vorstellung seine Mission nur richtig erfüllen, wenn er diese entscheidenden Beziehungen zur Familie Choi richtig hinbekam, und dazu musste er in die Rolle des biblischen Jakob schlüpfen.

13.00

Aufgrund der starken Triebhaftigkeit meines Vaters, die zu mehreren unbeabsichtigten Schwangerschaften mit anderen Frauen führte, schwand der Glaube meiner Tante an meinen Vater, und – am Tiefpunkt angelangt – verließ sie die Vereinigungskirche kurz nach der offiziellen Verlobung mit ihm Ende 1959. Diese Dinge weiß kaum noch jemand. Es ist die verheimlichte Geschichte, die sie aus gutem Grund zu verschweigen suchten, weil sie völlig… es ist ein Gräuel und es widerspricht dem, was sie die Leute seit 1960 gelehrt haben. Nachdem meine Tante ihre Verlobung gelöst hatte, geriet mein Vater ins Schleudern. Eine Beziehung, die er mehr als sieben Jahren lang gepflegt hatte und die von zentraler Bedeutung für seine Mission gewesen war, löste sich einfach in Luft auf.

Anstatt seine eigene Verantwortung einzugestehen, gab er meiner Tante die Schuld und warf den Chois vor, ihn im Stich gelassen zu haben. Das ist Rev. Moons typisches Verhalten, sein „Modus operandi“, anderen den schwarzen Peter zuzuschieben und bei jedem anderen die Schuld zu suchen, nur nicht bei sich selbst. Er geriet jedoch in ein Dilemma, er musste nämlich den „himmlischen Plan“ einhalten und im Frühjahr 1960, als er 40 Jahre alt war, heiraten. Moonies glauben, dass die Zahl 40 eine große kosmische Bedeutung hat, deshalb musste er innerhalb kürzester Zeit, in nur vier Monaten, eine Braut finden.

Sprechen wir über einen „Rebound“. [„Rebound“ kann bedeuten, dass wenn man sich von einer vorangegangenen Beziehung in eine neue stürzt, diese zu einem Lückenfüller werden kann, um den Verlust der ersten zu kompensieren. (A.d.Ü.).] Das ist im Grunde passiert, als er sich Hak Ja Han aussuchte, die jetzige Frau Moon, damit sie seine Frau wird. Da er sich von den Chois zurückgewiesen fühlte, was nach seiner Überzeugung auf den Verrat seitens meiner Tante zurückzuführen war, den er als persönliche Beleidigung seiner Autorität und Wünsche verstand, wählte er sich schließlich Hak Ja Han aus, die jetzige Frau Moon. Auf der Suche nach seiner neuen Braut galt für ihn einzig das Kriterium, dass sie ein „Niemand“ sein musste und ein Mädchen, bei dem er die Zustimmung der Eltern nicht einzuholen brauchte. Hak Ja Han war ein intelligenter, fleißiger und hübscher Teenager, aber bedauerlicherweise hatte sie eine Mutter, die sowohl ignorant als auch unfreundlich war. In vielerlei Hinsicht war Hak Ja Han ein Opfer der Umstände, da sie aus einer Affäre zwischen ihrer alleinerziehenden Mutter und einem verheirateten Mann stammte und unehelich geboren worden war. Mit diesem Mann hatte ihre Mutter demselben Sexkult angehört, bevor sie Mitglied der Vereinigungskirche wurde, wo sie schließlich Arbeit als Küchenhilfe fand. Dadurch, dass Hak Ja Hans leiblicher Vater keinen Anspruch auf seine Tochter erhob, war die elterliche Zustimmung nie ein Thema.

15.56
Springen wir ins Jahr 1964, in dem die Dinge nicht gut für meinen Vater und seine grandiosen Pläne für die Weltherrschaft standen. Vier Jahre nach der heiligen Hochzeit des Messias – meines Vaters –im Jahr 1960 mit seiner perfekten Braut Hak Ja Han, welche die Welt kaum beachtet hatte. Man muss die allgemeine Überzeugung der Mitglieder der Vereinigungskirche im Jahr 1960 kennen. Moonies zu jener Zeit waren fest davon überzeugt, dass sich mit der Heirat meines Vaters mit Hak Ja Han der Himmel öffnen und die Welt sich auf wundersame Weise vor ihm verneigen und ihn als den Messias anerkennen würde, und seine Frau als Wahre Mutter aller Menschen. Das ist ein Symptom für das magische Denken, das in Sekten vorherrscht. Die Realität stellte sich allerdings als die größte Enttäuschung heraus. Ye Jin, ihr ältestes Kind, das anfänglich als „himmlischer Prinz“ angekündigt wurde, wurde am Ende ein Mädchen. Hae Jin, das dritte Kind, starb bald nach der Geburt. Der Mitgliederzuwachs stagnierte und die Kirche mühte sich immer noch finanziell ab. Das alles stand in krassem Gegensatz zur Situation meines Großvaters, dessen Reichtum und Einfluss in dieser Zeit weiter zunahmen und gediehen. Mein Vater folgerte daraus, dass er mit seiner Heirat mit Hak Ja Han einen Fehler gemacht hatte und es erforderlich war, den Kurs zu korrigieren und zum ursprünglichen Plan mit den Chois (oder dem, was er „Die Vorsehung der Choi-Familie“ nannte) zurückzukehren.

Die Entscheidung meiner Mutter, im Frühjahr 1964 zum Studium an die Georgetown Universität in die USA zu gehen, veranlasste meinen Vater, schlagartig zu handeln, um seinen Plan zu verwirklichen. Im Grunde wollte meine Mutter weg von meinem Vater und aus Seoul, um auch Frau Moon eine Atempause zu verschaffen. Man muss wissen, dass Hak Ja Han, seit sie meinen Vater 1960 geheiratet hatte, und ihre Mutter sich sehr unbehaglich fühlten, weil jeder in der Kirche wusste, dass Hak Ja Han einen Platz einnahm, der niemals für sie bestimmt gewesen war. Das ist auch der Grund, warum Hak Ja Hans Mutter sie ermutigte, so viele Söhne wie möglich mit meinem Vater zu haben, weil sie wusste, dass ihre Tochter mit jedem weiteren Sohn mehr Kontrolle über meinen Vater bekommen würde.

18.29
Dessen ungeachtet hatte mein Vater seinen Entschluss gefasst. Um sich seinen Plan zu bewahren und meine Mutter nicht zu verlieren, heiratete er sie im Jahr 1964 in einer nicht-öffentlichen VK-Zeremonie im Hauptquartier der Chongpadongkirche in Seoul. Versuchen Sie bitte zu verstehen, was für meinen Vater auf dem Spiel stand. Sollte sie in die USA gehen, musste er befürchten sie zu verlieren und mit ihr auch den möglichen Zugang zum Vermögen der Familie Choi. Meine Mutter zu verlieren, hätte ihn auch in eine existenzielle Krise gestürzt, denn das einzige, was ihn und die Kirche vor der Rache meines Großvaters schützen konnte, waren die Loyalität und Hingabe meiner Mutter. Aber das Wichtigste war, dass er durch die Heirat mit meiner Mutter und die Zeugung von Kindern Jakobs Leben oder – wie es bei den Moonies heißt – Jakobs Kurs – erfolgreich würde nachbilden können. Und das war für ihn wahrscheinlich der wichtigste Auftrag aus den Göttlichen Prinzipien. Sie haben sich seitdem verändert; die Göttlichen Prinzipien sind ziemlich anders als in früheren Zeiten. Man musste sie anpassen und den geänderten Umständen nach der Heirat mit der jetzigen Frau Moon angleichen.

Bald nach der Ankunft meiner Mutter in den USA folgte ihr mein Vater im Jahr 1965. Meine Mutter kam 1964 in die USA, mein Vater 1965. Er sagte, dass er im Grunde genommen „alles riskierte“ [das waren seine Worte], um mich zu zeugen. Seine einzige Absicht war es, meine Mutter zu schwängern. Er wollte sie nicht verlieren. Er wich erst von ihrer Seite, nachdem er die Bestätigung der Schwangerschaft erhalten hatte. 1965 blieb er etwa drei Monate lang in den USA. Ich wurde im Januar 1966 geboren und der Rest ist Geschichte. Tatsache ist, dass Frau Moon ab dem Zeitpunkt meiner Geburt meiner Großmutter gegenüber beteuerte, dass sie bereit sei, beiseite zu treten und ihren Platz als seine Frau und „Wahre Mutter“ zugunsten meiner Mutter zu räumen, weil mein Vater seine Absicht, nach meiner Zeugung zur Vorsehung der Choi Familie zurückzukehren, unmissverständlich klar gemacht hatte. Und letztlich war es das Mitgefühl meiner Mutter für Hak Ja Han, das ihn davon abhielt, seinen Plan umzusetzen, Hak Ja Han zu entfernen und es meiner Mutter so zu ermöglichen, ihre rechtmäßige Rolle als „Wahre Mutter“ im VK-Sprachgebrauch einzunehmen. Meine Mutter wollte an Hak Ja Hans Potenzial glauben und als Frau hatte sie nicht das Herz, Hak Ja Han und ihre vier kleinen Kinder zu verdrängen.

1. “Für den Lehrer auf der einsamen Straße der Wiederherstellung, sei das Licht meines Herzens.”

2. “Überbringen Sie die Nachricht an das Ehepaar Bo Hi (朴 Pak) als erstes Zeichen des Namens Kyung 경 慶 zu verwenden (wenn es ein Junge ist) und Yeon 연 妍 (wenn ein Mädchen) und (Moons) Tradition des Familiennamen zu bewahren.”

[Moon griff später den Namen Yeon 연 妍 wieder auf und gab “Kat” Moon den Namen Yeon-jin.]

▲ Sun Myung Moons Postkarte an Soon-wha (Annie) Choi. 1965.


Der Grund lag darin, dass sie mich nach meiner Geburt weggeben musste. Sie verstand das. Im Nachhinein hätte meine Mutter eine ganz andere Haltung eingenommen, hätte sie damals geahnt, was sie jetzt weiß. Nach dem ich geboren war, wollte mein Vater noch mehr Kinder mit meiner Mutter, aber sie weigerte sich. Sie konnte keinen weiteren Herzschmerz ertragen, wenn ihr weitere Kinder weggenommen und von einer anderen Familie großgezogen würden, damit das Geheimnis vor meinem Großvater und vor der Welt gewahrt blieb.

21.35
Was ich gerade erklärt habe, ist die tatsächlich verheimlichte Geschichte der VK. Ich habe lange gebraucht, mich auf dieses Podium zu wagen, um die Geschichtsschreibung zu korrigieren. Aber ich bin erleichtert, dass dieser Tag endlich gekommen ist und ich dadurch nicht mehr mit diesem Geheimnis belastet bin. Angesichts der möglichen Auswirkungen auf die VK und die Legitimität von Frau Moon als „Wahre Mutter“ der VK und ihren Nachkommen als die „Wahren Kinder“ oder legitime Erben gemäß den Göttlichen Prinzipien ist es nicht schwer zu verstehen, warum die VK-Bewegung diese Informationen unter Verschluss halten wollte und warum sie durch extrem lang andauernde Rechtsverfahren versucht hat, die Geheimhaltung zu erzwingen und weiter aufrecht zu erhalten. Es ist nicht schwer zu begründen, dass meine Mutter die rechtmäßige „Wahre Mutter“ der VK ist, da Frau Moon selbst dies so zum Ausdruck brachte, als sie im Zeitraum 1966/1967 bereit war, ihren Platz zugunsten meiner Mutter zu räumen. Um sich dann aber im Laufe der Zeit in den Kokon einer unterwürfigen Welt großen Reichtums, privilegierter und absoluter Macht zurückzuziehen. Man erkennt, wie Hak Ja Han dadurch den Bezug zum Pflichtgefühl ihrer Jugend verlor. Führt man sich dann noch die traurige Realität ihrer eigenen Erziehung durch ihre Mutter vor Augen, dann erkennt man, dass Hak Ja Han nie das richtige Geschick entwickeln konnte, ihre eigenen Kinder großzuziehen, die ihr heute mit Vorwürfen und Verachtung begegnen. Meinen berechtigten Anspruch als „rechtmäßiger Erbe“ der VK-Bewegung zu begründen ist ziemlich einfach, wenn Sie den Zusammenhang und den Zeitpunkt meiner Geburt betrachten.

Wäre Hak Ja Han zur Wahren Mutter der VK-Bewegung bestimmt gewesen, warum hätte sich mein Vater aus dieser „geweihten und heiligen“ Ehe begeben und mich zeugen sollen? Und warum sagte er zu der Zeit zu meiner Mutter, dass er „alles riskiere“ um das zu tun? Meiner Meinung nach macht mich das – natürlich nach dem Verständnis der VK – zu einem ziemlich bedeutsamen Kerl, und das ist einer der Gründe, warum einige meiner Halbgeschwister mich entweder hassen oder mir mit Gleichgültigkeit begegnen. Das geht für mich in Ordnung. Zurückführbar ist das auf die Missbrauchszyklen der Moon-Familie und ihre Tendenz zu narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, die von den Eltern auf das Kind übertragen werden, und ihre wahnhaften Absolutheitsansprüche (z.B. glauben sie, etwas Besonderes zu sein und deshalb andere Mitglieder und andere Menschen misshandeln zu dürfen). Diese Art des Denkens und Verhaltens teile ich nicht mit ihnen.

23.58

Bekommen Sie jetzt bitte kein falsches Bild. Ich mache mich nicht dafür stark, der nächste Messias zu sein oder so etwas Ähnliches, denn ehrlich gesagt bin ich nicht daran interessiert, und ich habe auch kein krankhaftes Bedürfnis danach, mich auf Kosten anderer als etwas Besonderes oder überlegen zu fühlen.“

Donna: „Nun, das sagt er nur.“ [Gelächter] …

Sam: „So ist es auch! … Ich bin mir meiner Grenzen bedauerlicherweise bewusst und glaube nicht, dass mich irgendjemand braucht, um Gott näher zu kommen. Wenn man glaubt oder behauptet, eine „besondere“ oder wahre Erkenntnis dessen zu besitzen, was Gott möchte, begibt man sich auf einen gefährlichen Weg zur vollständigen Identifikation des Egos mit sich selbst.

Meine Mutter und ich haben ein einzigartiges Leben geführt, das die meisten schwer nachvollziehen können. Für uns ist es das einzige Leben, das wir je kennen gelernt haben, und so fehlt uns der Vergleichsmaßstab, aber von außen betrachtet habe ich jetzt Verständnis für das Neuartige daran. Dennoch war unser Genesungsprozess lang und hart erkämpft, und wie viele in diesem Raum hätten wir es nicht ohne die Unterstützung von geliebten Menschen geschafft, und nicht ohne die universelle Gegenwart von Anmut und Liebe, die wahrlich über unseren Verstand hinausgehen. Auch wenn wir normal wirken, tragen wir dennoch Narben in uns, die sich dauerhaft in uns eingebrannt haben.

Ein Lieblingszitat von mir ist von Khalil Gibran, der sagte: „Je tiefer sich das Leid in euer Wesen einschneidet, desto mehr Freude könnt ihr daraus schöpfen.“

26:18

Ich denke, wir dürfen uns glücklich schätzen, denn trotz der Menge, die wir durchgemacht haben, konnten wir viel davon profitieren. Und das war ein Segen angesichts der ganzen Erfahrungen. Und zur ICSA zu kommen war echt großartig. Es gibt hier eine Menge von SGAs [Erwachsene der zweiten Generation], eine Menge Wissenschaftler und Laien. Es ist für mich ein sehr starkes und ermutigendes Zeichen, weiter voranzuschreiten. Es gibt Hoffnung und es gibt für die Menschen einen Weg der Genesung und Heilung von ihren Erfahrungen. Danke. Danke euch allen.“ [Stehender Applaus.]

„Meine Mutter musste im Alter von 17 die sexuelle Ausbeutung durch meinen Vater erdulden, wurde – wegen eben dieses Mannes – meines Vaters –verhaftet und von der Polizei verhört, verzichtete zugunsten dieses Mannes – meines Vaters – auf eine Erbschaft in Milliardenhöhe, brachte wegen dieses Mannes – meines Vaters – im Verborgenen einen Sohn zur Welt und wurde dann gezwungen, dieses Kind wegzugeben. Jetzt leben wir beide, wie viele andere Moonies, am Rande einer Zwangsvollstreckung und Insolvenz, weil wir uns seit 5 Jahren in einem Rechtsstreit befinden um Zahlungen durchzusetzen, die mein Vater und die VK-Bewegung uns schulden. Ich habe meinerseits viele Jahre lang die Anerkennung eines Mannes gesucht, der, wie ich jetzt erkenne, aufgrund seines Narzissmus emotional nicht verfügbar war. Ich habe selber einen Sohn und kann jetzt verstehen, wie tragisch die Entscheidungen im Leben meines Vaters gewesen sind. Ich für mich könnte mir niemals vorstellen, meinen Sohn im Stich zu lassen, geschweige denn ein Leben ohne ihn zu führen. Mein Vater ist wirklich ein trauriger und tragischer Mensch. Und das Fazit ist: Man kann nicht für sich in Anspruch nehmen, der Messias oder der Wahre Vater der ganzen Menschheit zu sein, ohne seinem eigenen Sohn ein Vater zu sein. Das ist ultimative Heuchelei.“ [Applaus]

„Wie ich bereits erwähnt habe, sind meine Mutter und ich in den letzten fünf Jahren in einen Rechtsstreit verwickelt, weil mein Vater und die VK-Bewegung uns Geld schulden. Wohlgemerkt geht es um 20 Millionen Dollar (das ist der Streitwert) – in jeder Hinsicht eine Menge Geld. Aber wie jene, die in Japan gegen die VK prozessierten, um Geld zurück zu bekommen, das durch spirituelle Ausbeutung erpresst worden war, machen wir im Grund genommen das Gleiche hinsichtlich der Millionen von Dollar, die meine Großmutter und die Familie Choi der Kirche ab 1953 zwei Jahrzehnte lang gespendet haben. Das sind in heutiger Währung weit über 20 Millionen Dollar, so gesehen erhält die VK-Bewegung eigentlich einen erheblichen Rabatt.

Auch hier wieder die Schlussfolgerung: Meine Großmutter und meine Mutter sind nicht für das verantwortlich, was aus der VK-Bewegung wurde. Sie sind nicht verantwortlich für den Personenkult, für die geistige und finanzielle Versklavung der Mitglieder, von denen viele, vor allem in Japan, bettelarm gemacht wurden. Und sie sind nicht verantwortlich für die Schaffung einer auf Korea zentrierten Herrschaftselite, die den Kokon aus Unterwürfigkeit und Schmeichelei, der die Moons umgibt, durchgesetzt und aufrechterhalten hat. Sollte die Vereinigungskirche hoffen, jemals eine zukunftsfähige und legitime Organisation zu werden, muss sie zurück zu dem, was der eigene Name besagt: „Vereinigung“. Es gibt keinen anderen Grund außer Gier und Korruption, weshalb die Moon-Familie Milliarden auf Auslandskonten ansammelt, während die große Mehrheit ihrer Mitglieder leer ausgeht. Wie das Sprichwort sagt, beginnt Nächstenliebe zu Hause und es ist Zeit für die VK-Bewegung, den Gründungsauftrag, nämlich die Schaffung einer Weltfamilie, umzusetzen und zu leben und nicht nur ein Lippenbekenntnis dazu abzulegen. Wir sind heute hier mit der Hoffnung, andere zu inspirieren, ihre Kraft zurückzugewinnen und damit aufzuhören an der Lüge festzuhalten, zu der die VK-Bewegung bedauerlicherweise wurde.

Und danke vielmals für Ihre Geduld.“ [Applaus]

31:48
„Es gibt noch etwas, das ich erwähnen möchte, bevor ich das Wort an Donna weitergebe, weil die Menschen sich nämlich fragen, warum es so lange gedauert hat, bis ich mich geäußert habe. Warum habe ich Nansook Hong und Donna nicht öffentlich unterstützt? Ganz einfach: Ich merke erst jetzt, dass ich naiv war. Damals hatte ich auf irgendeine Art von Versöhnung mit meinem Vater gehofft. Trotz der Angelegenheiten der Kirche ist er letztendlich mein leiblicher Vater und als sein Sohn wollte ich wirklich glauben, dass er ein guter Mensch ist, ich wollte glauben, dass ihm das etwas bedeutet und nicht gleichgültig ist.

Mich von dieser Vorstellung zu lösen war das Schwierigste überhaupt. Vor allem bei den Rechtsstreitigkeiten, wenn einem klar wird, dass sie im Grunde mehr als den eigentlichen Streitwert für die Gerichts- und Anwaltskosten ausgeben, das sagt wirklich etwas darüber aus, wie diese Menschen ticken. Blutsverwandte so zu behandeln, und so mit dem umzugehen, was meine Mutter geopfert hat. Das hat mir erheblich zugesetzt, was ich aber anfangs nicht wahrgenommen habe und erst mit einiger Verzögerung erkannt habe. Und da habe ich den Wendepunkt erreicht. Das ist also der Grund, warum ich so lange gebraucht habe um dahin zu kommen, wo ich heute bin. Aber zumindest habe ich es heute hierher geschafft und das ist das Wichtigste. Daher danke ich Ihnen allen.“ [Applaus]

Sam Park


„Ich widme dieses Video Richard & Hazel Barlow (Bild oben), die mit ihrer Großzügigkeit, Weisheit und ihrem Mut ein großartiges Beispiel dafür sind, was es bedeutet, bedingungslos zu lieben. Richard verstarb unerwartet im Mai 2015 und hinterlässt Hazel und vier erwachsene Kinder. Richard war ein Vorbild für Anstand, Einsicht und Gerechtigkeit. Ein Protagonist für die Notwendigkeit von Transparenz und völliger Offenheit im Zusammenhang mit der Vereinigungskirche und deren Praktiken.
Er war auch mein treuer Freund, der mir mit weisem Rat und Unterstützung in den Stunden meiner Not beigestanden hat. Es ist schwer sich vorzustellen, in einer Welt ohne Richard zu leben, da er das Beste in uns und von uns war. Ich liebe und vermisse ihn sehr.

Ich möchte auch alle würdigen, die vorher da waren und Opfer von geistigem Betrug wurden, verübt durch die Leiter der Vereinigungskirche. Die große Tragödie dieser Bewegung ist, dass es aus vielen hervorragenden, engagierten und selbstlosen Menschen besteht. Vor allem die japanischen und frühen westlichen Mitglieder, die keine Kenntnis vom Leben meines Vaters vor Mitte der 60er Jahre hatten und daran glaubten, dass die Göttlichen Prinzipien auf christlichen Werten beruhten.

Leider ist es die herrschende Elite dieser Organisation und ihre Handlanger (PR-Apparat, politische Lobbyisten, mittlere Führungsebene, etc.), die beklagenswert unzureichend und ihrer Mitglieder unwürdig sind.

Schließlich würdige ich den Mut und die Weitsicht von Nansook Hong und Donna Orme-Collins (unten abgebildet). Beide riskierten alles, um dem Familienimperium der Moons entgegen zu treten. Beide sind wirklich bemerkenswerte Menschen, deren Mut viele inspirierte, ihren eigenen zu finden. Diese Präsentation wäre ohne sie nicht möglich gewesen.“

Sam Park